Dokumentenscanner Test

Kodak i2620 Test

Testbericht vom 3. Januar 2019

Die technischen Daten des Kodak i2620 sind durchaus überzeugend: Ein Papiereinzug, der 100 Blatt fasst, eine Scangeschwindigkeit von 40 Seiten pro Minute und ein täglicher Durchsatz von 7.000 Blatt. Das Gerät hat außerdem eine exzellente OCR-Texterkennung, die besser ist als bei fast allen Konkurrenten. Dennoch konnte der Kodak i2620 im Test nicht überzeugen.

Kodak i2620
Kodak i2620

Die Unterschiede zu den Schwestermodellen Kodak i2420 und Kodak i2820 sind schnell erklärt.

Kapazität des automatischen Dokumenteneinzugs:

Scangeschwindigkeit (laut Hersteller):

Display:

Kapazität des automatischen Dokumenteneinzugs:

Testbericht Kodak i2620

Lieferumfang

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Ausstattung und erster Eindruck

Der Kodak i2620 wird gut verpackt geliefert. Das Gerät sieht modern und sehr wertig aus, ist allerdings im Vergleich zu anderen Dokumentenscannern relativ groß und mit 5,5 kg auch recht schwer.

Die Oberfläche des Geräts ist zwar schön anzuschauen, aber extrem empfindlich: Ich hab das Geräte mit einem weichen Baumwolllappen entstaubt, wodurch die Oberfläche des Scanners irreversibel verkratzt wurde.

Der Papiereinzug des Kodak i2620 fasst 100 Blatt Papier. Zum Vergleich: In den automatischen Vorlageneinzug des Testsiegers (Fujitsu fi-7160) passen lediglich 80 Dokumente.

Wie alle Dokumentenscanner dieser Klasse hat auch der Kodak i2620 einen Duplex-Scan-Modus für beidseitiges Scannen. Das Gerät kommt mit einem USB-3.0-Anschluss, hat allerdings keine WLAN-Funktionalität. Wenn du eine solche benötigst, solltest du dir den Fujitsu ScanSnap iX500 anschauen.

Punkten kann der Kodak i2620 auch beim täglichen Durchsatz: Das Gerät kann am Tag bis zu 7.000 Blatt scannen. Der aktuelle Preis-Leistungs-Sieger Fujitsu ScanSnap iX500 ist im Vergleich für lediglich 250 Blatt am Tag konzipiert, mit dem Canon imageFORMULA P-208II sollte man nicht mehr als 100 Blatt pro Tag scannen.

Wirklich lobenswert ist, dass Kodak nicht nur Windows unterstützt, sondern auch Treiber für Mac und Linux anbietet.

Im folgenden Abschnitt erfährst du, weshalb die Handhabung des Kodak i2620 zu wünschen übrig lässt und weshalb das Gerät nicht wirklich gut zu bedienen ist.

Bedienung und Handhabung in der Praxis

Der Kodak i2620 verfügt sowohl über ein Einzugs- und Ausgabefach, wobei das Einzugsfach kompliziert und wenig intuitiv zweifach ausklappbar ist; das Ausgabefach lässt sich vierfach ausklappen. Dokumente müssen mit der Vorderseite nach unten eingelegt werden. Das ist nicht intuitiv, wird im Laufe der Zeit aber zur Gewohnheit.

Das Gerät bietet ein reduziertes Bedienfeld mit nur drei Tasten, mit denen gescannt und ein Profil ausgewählt werden kann. Mehr Tasten sind in der Praxis auch nicht nötig und würden das Scannen nur unnötig verkomplizieren.

Zwar bietet Kodak diverse Treiber an (TWAIN, ISIS, WIA) und hat dabei sogar an Linux-Nutzer gedacht. (LINUX SANE- und TWAIN-Treiber sind auf der Website verfügbar) Doch leider können die Treiber nicht frei von der Website heruntergeladen werden: Kodak verlangt eine Registrierung mit Angabe von Vorname, Nachname, Seriennummer, E-Mail-Adresse, Firma, Land und sogar Kaufdatum. Die Abfrage dieser Daten ist unnötig und meines Erachtens nicht DSGVO-konform. Zu allem Überfluss war es nach der nervigen Registrierung auf Grund eines Server-Fehlers trotzdem nicht möglich, die Treiber herunterzuladen.

Die mitgelieferte Software ist fürchterlich und ähnlich schlecht wie die von Fujitsu. Beispielsweise sind die Icons der Software so schlecht gemacht, dass das Stop/Pause-Icon nicht zu erkennen ist. Ein anderes Beispiel für die schlechte Benutzerfreundlichkeit ist die Tatsache, dass es sowohl Optionen als auch Konfigurieren gibt, wobei für den Nutzer völlig unklar ist, was sich genau hinter jedem der Begriffe verbirgt.

Beim ersten Scannen fällt auf, dass die Reihenfolge der eingescannten Seiten in der PDF-Datei verkehrt herum ist. (Textseite im Einzugsfach nach unten legen!) Auffällig ist zudem, dass der Kodak i2620 im Vergleich zu anderen Dokumentenscanner recht laut ist.

Leerseiten werde mit den Standardeinstellungen nicht gelöscht. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich in den Software-Einstellungen eine Option gefunden habe, mit der Leerseiten gleich während des Scannens gelöscht werden. So geht’s:

Leere Seiten löschenKonfigurierenScannen alsEinstellungenEinstellungenErkennenLöschen leerer BilderBasierend auf DokumenteninhaltMenge des Inhalts: 20 %

Der Klickpfad verdeutlicht, wie wenig benutzerunfreundlich und intuitiv die Kodak-Software ist.

Zu allem Überfluss lässt sich die Software außerdem nicht vollständig deinstallieren und hinterlässt Dateien auf dem Rechner, beispielsweise im Ordner \Kodak\Smart Touch\log\.

Kodak i2620 im Test

Der automatische Papiereinzug fasst 100 Blatt und ist damit sowohl für Privatnutzer als auch kleine Büros ausreichend. Für den Test des Dokumenteneinzugs habe ich einen Testpapierstapel mit unterschiedlichen Papieren gescannt, darunter Kassenzettel, Zeitungsartikel, Magazin-Cover und Durchschlagpapier. Die Dokumente haben unterschiedliche Größen und Papierdicken, wodurch dem Dokumenteneinzug einiges abverlangt wird. Im Test kam es beim Scannen des Papierstapels zu fünf Fehlern, womit die Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs im Vergleich zu anderen Dokumentenscannern ausreichend ist.

Die Scan-Software ist wie im vorherigen Abschnitt anhand einiger Beispiele dargelegt weder selbsterklärend noch benutzerfreundlich.

Die Scangeschwindigkeit liegt laut Kodak bei 40 Seiten pro Minute. Im Dokumentenscannertest habe ich mit den Kodak i2620 40 Seiten jeweils einmal mit und einmal ohne automatische Texterkennung gescannt. Das Testergebnis ist interessant: Ohne Texterkennung digitalisierte der i2620 im Test 48 Seiten pro Minute, womit er die schnellste Scangeschwindigkeit unter allen getesteten Geräten hat und sogar die Herstellerangaben übertrifft. Doch in der Praxis scannt man in der Regel mit OCR-Texterkennung. Und sobald diese aktiviert wird, verlangsamt sich die Scangeschwindigkeit enorm: Der Kodak i2620 schaffte im Test nur noch 5,05 Seiten pro Minute und liegt damit auf dem letzten Platz. Der Testsieger (Fujitsu fi-7160) scannt mit Texterkennung 48 Seiten pro Minute und ist damit fast zehnmal so schnell.

Überzeugend ist immerhin die Qualität der OCR-Texterkennung. Für den Test habe ich vier Textdokumente gescannt, die in einer Serifenschrift (Times New Roman) sowie einer serifenlosen Schrift (Calibri) gesetzt waren – und zwar jeweils in Schriftgröße 8 und 11. Der beiliegenden Software gelang es, den kompletten Text ohne einen einzigen Fehler zu erkennen. Lediglich der Brother MFC-L5750DW konnte im Test ein ebenso gutes Ergebnis erzielen. Bei allen anderen getesteten Dokumentenscannern machte die Software hin und wieder Fehler, was in der Praxis in den meisten Fällen jedoch nicht wirklich relevant ist.

Testergebnis Kodak i2620: Pro & Contra

Kodak i2620 Dokumentenscanner

Kodak i2620 Dokumentenscanner
  • Sehr schnelle Scan-Geschwindigkeit – aber nur ohne Texterkennung
  • Geschwindigkeit mit OCR-Texterkennung miserabel
  • Beste OCR-Texterkennung im Test
  • Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs nur ausreichend
  • Software nicht benutzerfreundlich
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Fazit

Zwar sieht der Kodak i2620 wirklich schick aus und bringt eine gute Treiberunterstützung mit. Die empfindliche Oberfläche des Dokumentenscanners, die wenig benutzerfreundliche Software und die langsame Scangeschwindigkeit mit OCR-Texterkennung trüben den Spaß allerdings deutlich.

Wenn du jeden Tag sehr viele Dokumente (über 4.000 Seiten) mit Standardmaßen und ohne Texterkennung scannen musst, kann der Kodak i2620 auf Grund seiner extrem schnellen Scan-Geschwindigkeit für dich die beste Wahl sein.

Die meisten Anwender wollen aber durchsuchbare PDF-Dateien erstellen und scannen daher mit OCR-Texterkennung. Da der Kodak i2620 hierbei im Test das langsamste Gerät seiner Klasse war, kann ich den Dokumentenscanner nicht empfehlen. Wenn du ein Gerät suchst, das auch im OCR-Modus sehr schnell scannt, dann solltest du dir den Testsieger Fujitsu fi-7160 anschauen.

Die OCR-Texterkennung ist exzellent, die Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs allerdings nur ausreichend. Wenn du mit deinem Dokumentenscanner im WLAN arbeiten möchtest, dann solltest du, da der Kodak i2620 nicht WLAN-fähig ist, den Preis-Leistungs-Sieger Fujitsu ScanSnap iX500 vorziehen.

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Technische Daten

Dokumentenscannermodell
Kodak i2620
Papiereinzug (ADF)
100 Blatt
Scan-Geschwindigkeit laut Hersteller
40 Seiten pro Minute
Duplex (Beidseitiges Scannen)
Ja
Anschluss
USB 3.0
WLAN
Nein
Täglicher Durchsatz
7.000 Blatt
Betriebssysteme
Windows, Mac, Linux
Scan-Auflösung
600 dpi
Dateiformate
PDF, PDF (Text durchsuchbar), JPG, TIFF, RTF

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Pro & Contra

  • Scan-Geschwindigkeit im Test:
    38,1 Seiten pro Minute
  • OCR-Texterkennung: Gut
  • Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs: Sehr gut
  • Bedienung: Befriedigend
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Gut
  • Schnellster OCR-Scan im Test
  • 1. Platz ➜ Dokumentenscanner-Testsieger
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Pro & Contra

  • Scan-Geschwindigkeit im Test:
    24,24 Seiten pro Minute
  • OCR-Texterkennung: Befriedigend
  • Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs: Sehr gut
  • Bedienung: Befriedigend
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Sehr gut
  • Preis-Leistungs-Sieger
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