Fujitsu ScanSnap iX500 im Test

So schlägt sich der Fujitsu ScanSnap iX500 Dokumentenscanner im Test.

Nicht nur die technischen Daten des ScanSnap iX500 sind beeindruckend. Auch in der Praxis schlägt sich der Dokumentenscanner von Fujitsu sehr gut. Doch ein paar kleinere Details könnten durchaus noch besser sein.

Fujitsu ScanSnap iX500 Dokumentenscanner

Testbericht Fujitsu ScanSnap iX500

Bei dem Fujitsu ScanSnap iX500 handelt es sich um den Nachfolger des Fujitsu ScanSnap S1500, der weiter verbessert wurde: So ist der ScanSnap iX500 nicht nur schneller (25 statt 20 Seiten pro Minute), sondern unterstützt auch WLAN und USB 3.0. Zudem kann der ScanSnap iX500 die eingescannten Dokumente an ein mobiles Gerät mit iOS oder Android übertragen. Auch die Unterstützung beliebter Cloud-Dienste wie Dropbox oder Google Drive ist neu.

Beginnen wir den Testbericht mit einem Blick auf die technischen Daten und den Lieferumfang.

Technische Daten

Der Fujitsu ScanSnap iX500 scannt 25 Seiten pro Minute, wobei der automatische Dokumenteneinzug mit bis zu 50 Blatt befüllt werden kann. Als einer der wenigen Dokumentenscanner auf dem Markt unterstützt der iX500 bereits USB 3.0. Das Gerät kann über USB oder WLAN betrieben werden.

Verpackung des Fujitsu ScanSnap iX500

Einzig ein LAN-Anschluss und die Möglichkeit, Dateien direkt auf einem USB-Stick zu speichern wären noch fein gewesen; ansonsten können die technischen Daten überzeugen.

Lieferumfang

Der ScanSnap iX500 wird in einem schlichten Pappkarton ohne farbigen Aufdruck geliefert – sehr lobenswert. Die verschiedenen Teile sind in Plastikfolien eingeschweißt, was eigentlich nicht unbedingt nötig wäre. Neben dem deutschen Stromkabel liegt noch ein weiteres ausländisches Stromkabel bei – auch dieses ist unnötiger Müll.

Im Lieferumfang sind enthalten:

Dem Scanner liegt die Vollversion von Adobe Acrobat XI Standard bei: Mit der Software kannst du PDF-Seiten bearbeiten und beispielsweise drehen, ausschneiden, einfügen, verschieben oder löschen. Neu kostet das Softwarepaket übrigens allein schon knapp 100,– Euro.

Achtung: Auf Amazon bieten einige Händler den Scanner ohne Adobe Acrobat XI Standard, aber dafür ein bisschen günstiger an. Vergewissere dich vor dem Kauf im Beschreibungstext, dass die Adobe-Software deinem Scanner beiliegt.

Wenn dein Rechner kein DVD-Laufwerk besitzt, kannst du dir die Software auch von der Fujitsu-Website herunterladen. Adobe Acrobat XI Standard erhältst du auf der Adobe-Website. Herunterladen, installieren und dann die Seriennummer eingeben, die auf der DVD zu finden ist.

Test Fujitsu ScanSnap iX500

Richtig schick finde ich den ScanSnap iX500 ehrlich gesagt nicht. Das kantige Plastikgehäuse mit den geraden Linien erinnert an Hardware aus den 90ern.

Alles in allem hat mich der Fujitsu ScanSnap iX500 im Test trotzdem überzeugt. Doch auch wenn der Dokumentenscanner generell empfehlenswert ist, gibt es ein paar Punkte, die möglicherweise gegen einen Kauf sprechen.

Foto Fujitsu ScanSnap iX500

Installation

Der Dokumentenscanner läuft unter Windows und auf dem Mac.

Linux wird offiziell nicht unterstützt, wobei eifrige Frickler den iX500 auch auf Unix-Geräten zum Laufen gebracht. Zudem gibt es noch den Umweg über Apps auf mobilen Geräten (Android, iOS), mit denen man eingescannte Dokumente in der Dropbox speichern und dann über Linux darauf zugreifen kann.

Als Ultrabook-Nutzer besitze ich kein optisches Laufwerk. Doch die benötigte Software ist im Netz schnell gefunden und schnell installiert. Wichtig sind ohnehin bloß der ScanSnap Manager und Adobe Acrobat XI Standard, den Rest habe ich gar nicht erst installiert.

Der ScanSnap iX500 kommt ohne TWAIN-Treiber. TWAIN ist ein Standard zum Austausch von Daten zwischen Bildeingabegeräten und Programmen. So ist es mit dem ScanSnap iX500 nicht möglich, eingescannte Dokumente direkt aus PhotoShop zu importieren. Ohne den Zwischenschritt über den ScanSnap Manager läuft gar nichts.

Software und Einstellungen

Optisch haut mich der ScanSnap Manager nicht vom Hocker. Wer Apple-Benutzeroberflächen oder auch schicke Software wie beispielsweise Dropbox gewohnt ist, wird sich seine schmerzenden Augen reiben.

ScanSnap Manager

Die Bedienung der Software ist gewöhnungsbedürftig: Die Einstellungen sind über viele Reiter verteilt, häufig merkt sich der ScanSnap Manager gemachte Einstellungen nicht oder möchte bestimmte Aktionen mehrfach bestätigt haben. Klickt man beispielsweise auf Hohe Bildqualität, werden auch zuvor ausgewählten Einstellungen wie In durchsuchbare PDF konvertieren (sic) oder Dokumente mit der Vorderseite nach oben einlegen ohne Warnung wieder deaktiviert.

ScanSnap Manager im Windows-Infobereich

Die ScanSnap-Einstellungen findest du über einen Rechts-Klick auf das ScanSnap-Manager-Icon im Infobereich und dann einen Linksklick auf Einstellungen der Scan Taste… (sic).

Nach einigen Test habe ich das Quick-Menü komplett abgeschaltet. Dokumente landen nun direkt über den Adobe Acrobat XI auf meiner Festplatte und ich muss mich beim Scannen durch deutlich weniger Dialogfenster klicken.

Die wichtigsten Einstellungen im ScanSnap Manager:

Nach 20 Minuten ausprobieren läuft dann aber alles wie gewünscht. Schön wäre es noch gewesen, wenn ich beim Dateinamenformat einen benutzerdefinierten Dateinamen mit Datumsangabe hätte eingeben können. (Beispielsweise 2015-11-30 - Dokumententitel.pdf) Leider muss man eines der vier vorgegebenen Datumsformate mit Uhrzeit auswählen – oder aber einen eigenen Dateinamen ohne Datum.

Ein weiterer Wermutstropfen: Ist der Dokumentenscanner ausgeschaltet oder nicht angeschlossen, wird im Windows-Infobereich ein rot durchstrichenes Icon gezeigt. Das Icon sieht hässlich aus; zudem schaue ich im Laufe eines Arbeitstages auf Grund der starken Leuchtkraft immer wieder auf das Icon und werde so unnötig abgelenkt. Für den deaktivierten Zustand wäre ein ausgegrautes Icon angenehmer gewesen.

Die Software, mit der Visitenkarten gescannt und die Kontaktinformationen automatisch extrahiert werden, habe ich nicht getestet.

Über den ScanSnap Manager können Scans nicht nur in einem Ordner als PDF-Dateien gesichert, sondern auch direkt an einen Drucker weitergeleitet oder als JPG-, Word-, Excel- bzw. PowerPoint-Datei abgespeichert werden.

Zudem kannst du Dokumente auch direkt in die Cloud senden. Fujitsu unterstützt derzeit folgende Dienste:

Im Test gab es bei der Übertragung in die Cloud keinerlei Probleme, wobei ich nur Dropbox, Evernote und Google Drive getestet habe. Schön wäre es noch, wenn der ScanSnap iX500 auch ownCloud unterstützen würde.

Das Gerät kann drahtlos mit Smartphones oder Tablets verbunden werden, auf denen Android oder iOS läuft. Die Übertragung funktioniert einwandfrei.

Testbericht: Scanvorgang

In den Spezifikationen des iX500 gibt Fujitsu eine Scangeschwindigkeit von 25 Seiten pro Minute an.

Für den Testbericht musste der Fujitsu ScanSnap iX500 dreißig Seiten mit 300 dpi scannen. Beim einseitigen Scannen (Simplex) mit der beiliegenden ScanSnap Manager-Software kam das Gerät auf 25,4 Seiten pro Minute, beim beidseitigen Scannen schaffte der iX500 24,7 Seiten pro Minute. Für den Duplex-Scan benötigt das Gerät damit kaum mehr Zeit als für einen gewöhnlichen einseitigen Scan.

Einmal eingerichtet scannt der Fujitsu ScanSnap iX500 schnell und leise. Probleme mit dem Scanner hatte ich bisher keine, Papierstau kommt zu gut wie gar nicht vor. Selbst schmale Kassenzettel auf dünnem Thermopapier scannt der iX500 anstandslos.

Leerseiten erkennt der Dokumentenscanner in der Regel sehr gut und nimmt sie nicht in die PDF-Datei auf.

Der Fujitsu ScanSnap iX500 kann auch über das WLAN genutzt werden. Die einmalige Einrichtung ist schnell gemacht. Danach überträgt der Scanner die Dokumente direkt und ohne merkbare Verzögerung an den PC.

Auf der Rückseite des Dokumentenscanners befindet sich ein WLAN-Hardware-Schalter, mit dem der drahtlose Betrieb ein- und ausgeschaltet werden kann. Sehr lobenswert!

Übrigens: Sehr viele Rezensionen beklagen, dass die Übertragung per WLAN nur funktioniert, wenn das USB-Kabel im Rechner steckt. Das stimmt nicht! Mein Fujitsu ScanSnap iX500 überträgt sämtliche Dokumente auch ohne dass der Scanner via USB mit meinem Laptop verbunden ist.

Testbericht: OCR-Texterkennung

Die OCR-Texterkennung funktioniert einwandfrei – selbst bei Dokumenten mit sehr kleiner Schrift. Im Test erkannte der iX500 sowohl serifenlose Schriften als auch Serifenschriften fehlerfrei.

Für die Texterkennung benötigte der iX500 im Test kaum mehr Zeit als für einen gewöhnlichen Image-Scan. Das ist lobenswert, denn die meisten Dokumentenscanner brauchen für die Erkennung des Textes und die Erstellung einer durchsuchbaren PDF-Datei zusätzliche Zeit und verzögern so den Scan-Prozess.

Damit der Text in den PDF-Dateien automatisch erkannt wird und du Abschnitte mit der Maus auswählen und kopieren kannst, musst du den ScanSnap Manager öffnen und im Reiter Dateiart den Punkt In durchsuchbare PDF konvertieren aktivieren.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Etwa 420,– Euro kostet der Fujitsu ScanSnap iX500 und ist damit wahrlich kein Schnäppchen. Doch die Investition lohnt sich, bekommt man doch ein erstklassiges Gerät, das einwandfrei funktioniert und dessen Benutzung richtig Spaß macht.

Der Brother ADS-2100 kostet zwar 100,– Euro weniger, ist allerdings etwas größer, nicht WLAN-fähig und hatte im Test immer wieder Papierstau-Probleme.

Deutlich günstiger ist der Fujitsu ScanSnap S1300i – ein mobiler und sehr kleiner Dokumentenscanner. Allerdings ist auch dieses Gerät nicht WLAN-fähig und scannt zudem nur sechs Seiten pro Minute. Wenn du nicht ganz so viel ausgeben möchtest und nur wenige Dokumente scannst, ist der ScanSnap S1300i aber durchaus eine Alternative zum hier getesteten ScanSnap iX500.

Pro & Contra Fujitsu ScanSnap iX500

Es spricht nur wenig gegen den Fujitsu ScanSnap iX500. Zwar könnte der ScanSnap Manager schicker und benutzerfreundlicher sein, in der Praxis hat man sich aber schnell an die Software gewöhnt.

Wenn du zwingend auf TWAIN-Treiber angewiesen bist, ist der ScanSnap iX500 nichts für dich. Dann solltest du dir den Brother ADS-2100 anschauen. Doch nur die wenigsten Anwender brauchen im Alltag tatsächlich einen Dokumentenscanner mit TWAIN-Treiber.

Die Vorteile des Fujitsu ScanSnap iX500 liegen klar auf der Hand: Das Gerät verrichtet seine Arbeit tadellos und ist zudem klein, schnell und sehr leise. Der ScanSnap iX500 kommt mit fast jedem Dokument klar, das man ihm vorwirft – Papierstau ist für den ScanSnap iX500 ein Fremdwort.

Fazit

Das Scannen macht mit dem Fujitsu ScanSnap iX500 richtig Spaß. Dokumente einlegen, Knopf drücken, fertig!

Aus dem Dokumentenscanner-Test geht der ScanSnap iX500 als klarer Testsieger hervor: Das Gerät scannt extrem schnell, kommt mit den unterschiedlichsten Formaten klar und liefert exzellente OCR-Ergebnisse.

Gerade wer viele Dokumente scannt oder mit einem papierlosen Büro liebäugelt, wird mit dem ScanSnap iX500 viel Freude haben.