Dokumentenscanner Test

Brother MFC-L5750DW Test

Testbericht vom 9. Januar 2019

Der Brother MFC-L5750DW ist kein reiner Dokumentenscanner, sondern ein Multifunktionsgerät. Das merkt man deutlich: Im Vergleich zu anderen Dokumentenscanner hat der MFC-L5750DW lediglich in einer Disziplin überzeugt, ist ansonsten aber vor allem wegen des schlechten Papiereinzugs nicht zu empfehlen. Wenn du auf der Suche nach einem günstigen Dokumentenscanner bist, solltest du lieber den Preis-Leistungs-Sieger Fujitsu ScanSnap iX500 oder den Plustek SmartOffice PS30D in die nähere Auswahl nehmen.

Brother MFC-L5750DW
Brother MFC-L5750DW

Testbericht Brother MFC-L5750DW

Lieferumfang

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Ausstattung und erster Eindruck

Verpackung des Brother MFC-L5750DW.
Verpackung des Brother MFC-L5750DW.

Auf den ersten Blick macht der Brother MFC-L5750DW einen durchaus guten Eindruck. Das 4-in-1-Multifunktionsgerät (drucken, kopieren, scannen, faxen) sieht schick aus und ist hochwertig verarbeitet. Das Gerät ist mit 16,5 kg sehr schwer und richtet sich auch auf Grund seiner Größe eher an Büros als an Privatanwender. Der MFC-L5750DW kann als Netzwerkscanner im LAN und natürlich auch im WLAN genutzt werden, bietet die Möglichkeit zum direkten Scannen auf einen USB-Stick (Scan-To-USB), ist DSGVO-konform und besitzt mit Kensington Lock eine Vorrichtung gegen Diebstahl. Brother gibt dem MFC-L5750DW eine Garantiezeit von drei Jahren.

MFC-L5750DW: Unboxing.
MFC-L5750DW: Unboxing.

Positiv hervorzuheben ist das großes Touchscreen-Farbdisplay (12,3 cm) und die Unterstützung aller gängigen Betriebssysteme (Windows, Mac, Linux). Weniger schön sind hingegen die unangenehmen Hinweistöne. Im Vergleich zu anderen Dokumentenscannern lässt sich Papierstau wegen der Walze nur sehr aufwendig beheben.

Ein Papiereinzug mit einer Kapazität von 50 Blatt ist in der Regel ausreichend, jedoch vergleichen mit den Top-Dokumentenscannern eher dürftig. Ein USB-2.0-Anschluss ist inzwischen überholt und die Ausnahme.

Beidseitiges Scannen ist im Duplex-Modus möglich. Wie hoch der tägliche Durchsatz ist, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Dass Brother hierzu keine Angaben macht verdeutlicht aber, dass sich der Brother MFC-L5750DW nicht an Personen oder Unternehmen richtet, die viele Dokumente scannen.

Im nächsten Abschnitt erfährst du, weshalb mich die Scan-Software nicht so recht überzeugen konnte.

Bedienung und Handhabung in der Praxis

Treiber, Software und Firmware sind für den MFC-L5750DW als Download auf der Brother-Website frei erhältlich. Ein aktuelles Firmware-Upgrade steht bereit und wird bequem über die Brother-Software installiert. Leider ist das Software-Paket auf dem Brother-Server nicht aktuell: Nach der Installation mussten zunächst drei Programme aktualisiert werden.

Die Treiberunterstützung ist vorbildlich: Für Windows liegen TWAIN-, WIA- und ISIS-Treiber vor, für den Mac TWAIN- und ICA-Treiber, für Linux SANE-Treiber. Über die Windows Web Services kann der MFC-L5750DW auch ohne installierte Scanner-Treiber direkt scannen.

Leerseiten erkennt die Scan-Software akkurat und löscht sie automatisch aus den PDF-Dateien. Die Scan-Software selbst ist nicht wirklich durchdacht: Es gibt zwei verschiedene Programmoberflächen, wobei PDF-Scans nur im Erweiterten Modus und nicht im Standardmodus möglich sind. Über den Scan-Knopf des Geräts lassen sich nur OCR-Textdateien-Scans erstellen. Wenn du anstelle einer Textdatei lieber ein PDF-Dokument erhalten möchtest, muss der Scan-Vorgang über die Software gemacht werden.

Willst man die Scan-Software deinstallieren, gibt es eine unangenehme Überraschung: Es ist nicht möglich, das ControlCenter4 zu deinstallieren.

Brother MFC-L5750DW im Test

50 Blatt fasst der automatische Vorlageneinzug. Das kann ausreichen, doch vermutlich wird das Gerät vor allem in Büros genutzt, in denen hin und wieder mehr als 50 Blatt Papier in einem Schwung gescannt werden müssen.

Der MFC-L5750DW hatte die schlechteste Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs im gesamten Testfeld: Das Gerät hatte massive Probleme, Zeitungsartikel, Kassenzettel und dünne, lange Dokumente einscannen. Auch dickere Magazin-Cover bereiteten dem MFC-L5750D Schwierigkeiten. Im Test müssen die Dokumentenscanner einen Stapel unterschiedlicher Papiere scannen müssen, der unter anderem Kassenzettel, Zeitungsartikel, Magazin-Cover und Durchschlagpapier beinhaltet. Dabei haben die Dokumente verschiedene Größen und Papierdicken, was für alle Scanner eine Herausforderung ist. Der Brother MFC-L5750DW fabrizierte zehn Fehler und liegt damit in dieser Disziplin hinter den anderen getesteten Dokumentenscannern.

Brother gibt bei der Scangeschwindigkeit des Geräts 40 Seiten pro Minute an. Für den Testbericht musste der MFC-L5750DW im Simplex-Scan mit aktiviertem OCR 40 Seiten scannen und schaffte dabei 15,79 Seiten pro Minute. Der Testsieger Fujitsu fi-7160 digitalisierte im Vergleich mit 33,8 Seiten pro Minute mehr als doppelt so viele Dokumente.

Exzellent ist die OCR-Texterkennung. Der Brother MFC-L5750DW musste im Test vier Textdokumente mit folgenden Schriftarten und -größen scannen:

Diese Aufgabe meisterte der MFC-L5750D mit Bravur und wandelte alle Scans ohne jegliche Fehler in durchsuchbare PDF-Dokumente um.

Testergebnis Brother MFC-L5750DW: Pro & Contra

Brother MFC-L5750DW Dokumentenscanner

Brother MFC-L5750DW Dokumentenscanner
  • Sehr gute OCR-Texterkennung
  • Schlechte Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs
  • Netzwerkscanner (LAN)
  • Scan-To-USB
  • Kensington Lock
  • 4-in-1-Multifunktionsgerät (Drucken, kopieren, scannen, faxen)
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Fazit

Die OCR-Texterkennung des Brother MFC-L5750DW ist hervorragend. Doch ansonsten kommt das Gerät nicht annähernd an die anderen getesteten Geräte heran. Die Scan-Geschwindigkeit mit automatischer Texterkennung ist eher mäßig; die schlechte Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs wird im Alltag für viel Frustration sorgen.

Positiv sind die gute Treiberunterstützung, die Möglichkeit, den Scanner sowohl als Netzwerkscanner (LAN) wie auch im WLAN einzusetzen, die dreijährige Garantie sowie die Möglichkeit, direkt auf einen USB-Stick zu scannen.

Wenn du dir unbedingt ein Multifunktionsgerät zulegen möchtest und wenig scannst, kannst du den Brother MFC-L5750DW durchaus in die nähere Auswahl nehmen. Wenn du aber einen professionellen Dokumentenscanner benötigst, der keine Probleme macht, solltest du dir besser den Preis-Leistungs-Sieger (Fujitsu ScanSnap iX500) oder den Testsieger (Fujitsu fi-7160) anschauen.

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Technische Daten

Dokumentenscannermodell
Brother MFC-L5750DW
Papiereinzug (ADF)
50 Blatt
Scan-Geschwindigkeit laut Hersteller
40 Seiten pro Minute
Duplex (Beidseitiges Scannen)
Ja
Anschluss
USB 2.0
WLAN
Ja
Betriebssysteme
Windows, Mac, Linux
Scan-Auflösung
600 dpi
Dateiformate
PDF, PDF (Text durchsuchbar), JPG, TIFF

Die besten Dokumentenscanner

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Pro & Contra

  • Scan-Geschwindigkeit im Test:
    38,1 Seiten pro Minute
  • OCR-Texterkennung: Gut
  • Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs: Sehr gut
  • Bedienung: Befriedigend
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Gut
  • Schnellster OCR-Scan im Test
  • 1. Platz ➜ Dokumentenscanner-Testsieger
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Preis-Leistungs-Sieger Fujitsu ScanSnap iX500

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Pro & Contra

  • Scan-Geschwindigkeit im Test:
    24,24 Seiten pro Minute
  • OCR-Texterkennung: Befriedigend
  • Papierakzeptanz des Dokumenteneinzugs: Sehr gut
  • Bedienung: Befriedigend
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Sehr gut
  • Preis-Leistungs-Sieger
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